Auszeichnung „Gute Bürger- sowie Ki-/Ju-Beteiligung“ 2026 – bewerben bis 31.5.
Demokratie ist kein Selbstläufer. Sie braucht Prozesse, die mehr sind als symbolische Anhörungen. Genau darum geht es bei der Auszeichnung „Gute Bürgerbeteiligung“, die 2026 bereits zum vierten Mal vom Kompetenzzentrum Bürgerbeteiligung e.V. in Kooperation mit dem „Berlin Institut für Partizipation“ vergeben wird.
Die Bewerbungsfrist endet in jedem Jahr am 31. Mai. Für die Auszeichnung 2026 können Beteiligungsprozesse eingereicht werden, die im Zeitraum vom 01.06.2024 bis zum 31.05.2026 abgeschlossen wurden.
Wichtig zu wissen: Es gibt kein Preisgeld. Die ausgezeichneten Kommunen oder Organisationen erhalten eine Tafel als sichtbares Zeichen der Anerkennung. Wer sich bewirbt, tut das also nicht aus finanziellen Gründen, sondern aus Überzeugung – und um Qualität sichtbar zu machen.
Bewerben können sich Kommunen – Städte, Gemeinden und Landkreise – sowie zivilgesellschaftliche Organisationen in Kooperation mit einer Kommune.
Gewürdigt werden Beteiligungsprozesse, die qualitativ überzeugen und als Vorbild dienen können. In den vergangenen drei Jahren wurden insgesamt 14 Projekte ausgezeichnet: von Klimabürger:innenräten über Zukunftshaushalte bis hin zu partizipativen Leitbildprozessen. Sie alle zeigen, dass Beteiligung Wirkung entfalten kann, wenn sie strukturiert, transparent und verbindlich gestaltet wird.
Die Grundlage der Auszeichnung bilden die von der Allianz Vielfältige Demokratie entwickelten „10 Grundsätze Guter Beteiligung“. Diese beruhen auf jahrzehntelanger Vorarbeit aus Wissenschaft und Praxis. Bewerberinnen und Bewerber müssen nachweislich möglichst viele dieser Grundsätze in ihrem Beteiligungsprozess umgesetzt haben.
- Gute Beteiligung lebt von der Bereitschaft zum Dialog.
- Sie beachtet Themen, Akteur*innen und Rahmenbedingungen.
- Sie braucht klare Ziele und echte Mitgestaltungsmöglichkeiten.
- Sie beginnt frühzeitig und verpflichtet alle Beteiligten.
- Sie benötigt ausreichende Ressourcen.
- Sie ermöglicht vielfältige Mitwirkung. Sie erfordert eine gemeinsame Verständigung auf Verfahrensregeln.
- Sie verlangt eine sorgfältige und kompetente Prozessgestaltung. Sie basiert auf Transparenz und verlässlichem Informationsaustausch.
- Und sie lernt aus Erfahrung.
Diese Leitgedanken klingen selbstverständlich. In der Praxis sind sie anspruchsvoll.
Beteiligung scheitert häufig nicht am Willen, sondern an fehlender Klarheit, unzureichender Vorbereitung oder mangelnder Transparenz. Wer Beteiligung erst startet, wenn Entscheidungen faktisch gefallen sind, verspielt Vertrauen. Wer Ergebnisse nicht nachvollziehbar dokumentiert, erzeugt Skepsis. Qualität entsteht nicht zufällig – sie entsteht durch Struktur.
Wie wäre es mit einer DenkRadar-Debatte für diesen Wettbewerb?
Erstmals wird 2026 zusätzlich eine eigene „Auszeichnung für Kinder- und Jugendbeteiligung“ vergeben. Ein wichtiges Signal. Denn junge Menschen sind nicht Zuschauer, sondern unmittelbar Betroffene politischer Entscheidungen. Wer ihre Perspektiven ernsthaft einbezieht, stärkt demokratische Resilienz.
Die Bewerbung erfolgt über ein Online-Formular unter:
https://gutebeteiligung.de/auszeichnung/#bewerben
Eine Auszeichnung ersetzt keine gute Politik. Aber sie setzt Standards, schafft Orientierung und macht gelungene Prozesse sichtbar. Und genau das brauchen Kommunen heute: nachvollziehbare, lernfähige Beteiligung – nicht als Event, sondern als Haltung.
Quelle: Pressemitteilung vom 16.2.26 „Auszeichnung „Gute Bürgerbeteiligung“ und „Kinder- und Jugendbeteiligung“












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